In den letzten fünf Jahren sind die Ausfallzeiten bei Arbeitnehmern in Deutschland aufgrund psychischer Belastungen erheblich gestiegen.
Laut dem Fehlzeiten-Report der AOK sind die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen zwischen 2012 und 2022 um 48 Prozent gestiegen. Diese Zunahme wurde hauptsächlich durch Erkrankungen wie Depressionen, Anpassungsstörungen und Angststörungen verursacht [1, 2].
Der wirtschaftliche Schaden durch psychische Belastungen bei Unternehmen in Deutschland ist erheblich. Die jährlichen Kosten wurden schon 2012 auf rund 30 Milliarden Euro geschätzt. Diese Zahl setzt sich aus direkten und indirekten Kosten zusammen [3].
Psychische Belastungen führen nicht nur zu hohen Behandlungskosten, sondern auch zu erheblichen Produktivitätsverlusten. Ein Beispiel hierfür ist der Verlust an Erwerbsjahren durch Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung, was ebenfalls beträchtliche ökonomische Folgen hat [4, 3].
Psychische Erkrankungen führen im Durchschnitt zu längeren Fehlzeiten als andere Krankheitsarten. Während die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung aufgrund psychischer Erkrankungen 2022 bei 29,6 Tagen lag, betrug sie bei Atemwegserkrankungen nur 7,1 Tage [1].
Die Covid-19-Pandemie hat eine deutliche Verschlechterung der mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz verursacht. Während der Pandemie stiegen die Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen stark an, wobei besonders Depressionen und Angststörungen häufiger diagnostiziert wurden. Der DAK-Psychreport 2022 verzeichnete einen neuen Höchststand bei den psychisch bedingten Fehltagen, insbesondere bei Frauen über 55 Jahren [5, 6].
Besonders stark betroffen sind Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der öffentlichen Verwaltung. Diese Branchen verzeichneten die meisten Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen, was auf die hohen Belastungen und Stressfaktoren in diesen Berufen zurückgeführt wird [2, 6].
Diese Entwicklungen verdeutlichen die essenzielle Bedeutung der mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz und die Notwendigkeit, Maßnahmen der akuten Krisenintervention und zur Stärkung von Resilienz für betroffene Mitarbeiter zu verstärken. (Wir arbeiten hier mit einer anonymen Mitarbeiterumfrage abgeleitet vom NPS System, um Unterstützungsbedarf zu erkennen und interpretieren die Ergebnisse gemeinsam mit Ihnen, um die passende Strategie für Ihr Team zu finden).Quellen: